Kategorie: Shanghai

Als Expat sich in SHANGHAI zurecht finden

22. Blog am 8.10.2019

Zum Überleben in China braucht ein Expat ein Mobiltelefon mit einer chinesischen Nummer. Daran kommt man recht schnell und eingerichtet ist es auch in Kürze. Dann werden üblicherweise einige APPs heruntergeladen. Das Zauberwort in China heisst WeChat!

WeChat allgegenwärtig

Das Kommunikationsmittel ist WeChat und es ist ähnlich aufgebaut wie WhatsApp. Du meldest dich an und du hast dann ein Profil, mit dem du viel mehr machen kannst ans mit WhatsApp. Deine Mobilnummer ist notwendig, ist aber für andere nicht sichtbar. Im Vordergrund steht natürlich das Schreiben von Nachrichten wie bei WhatsApp auch. Whatsapp ist in China nicht bekannt und nur die Expats haben es und nutzen es mehrheitlich zur Kommunikation mit zu Hause.

Es gibt unendlich viele Gruppen, in die Du eingeladen werden kannst von demjenigen, der in dieser Gruppe drin ist. So wachsen Gruppen recht schnell, sobald klar ist, dass sie gut sind und du an viele Informationen leicht dran kommst. So war ich schnell in der Gruppe ‚Ratschen – Shanghai auf deutsch‘ und dort gibt es ein Schwarmwissen von 380 Deutschen. Meistens sind es die Frauen, die hier sehr aktiv sind. Ich bin eher stille Leserin, da ich ja noch neu bin und ich bekomme Infos zum tollsten Blumenmarkt oder auch Tips zu guten Deutschen Ärzten oder Hinweise für Veranstaltungen im Deutschen Club. Die Informationsflut ist hier atemberaubend.
Die nächsten Gruppen sind dann Elterngruppen der Britischen Schule, auf die unsere Zwillinge gehen. Das ist dann New Parents Group oder Year 8 Parents Group. Hier gibt es weiteren Informationswahn von Seiten der Schule, da musst du dich damit beschäftigen und das Wichtigste herauspicken. Das Schöne ist, dass Du ganz schnell neue Eltern kennengelernt. Da ich gerne Kontakte knöpfe, habe ich also kein Einsamkeitssyndrom. Wenn Du jedoch nicht aufpasst bist Du schnell in 20 Gruppen und dein Telefon hört gar nicht mehr auf zu brummen. Dann heisst es filtern und heimlich die Gruppe verlassen. Merkt keiner!

WeChat Pay – Zahlen mit Karte oder Bar ist nicht üblich!

We Chat hat auch eine Bezahlfunktion. Mit Wechat Pay kannst du alles kaufen, jeder Shop hat einen Wechat Pay QR Code. Diesen scannst du mit dem Mobiltelefon, klickst zwei mal und schwups ist der Kaffee oder das Abendessen oder der Einkauf bezahlt. Darüber hinaus gibt es auch Alipay als Bezahlfunktion. Das wird noch mehr benutzt und funktioniert auch mit Scannen von QR Codes. Bei beiden Zahlsystemen hinterlegst du eine Bankkarte und von dieser wird das Geld dann abgebucht. Oder du lädst Geld auf dein WeChat Profil oder Alipay Profil und bezahlst so.

Miniprogramme – einfach klasse!

Neben der Kategorie „Chat“ und der Liste Deiner „Kontakte“ findet man in „Entdecken“ bei WeChat noch weitere nützliche Dinge wie Miniprogramme. Das können kleine Lernprogramme für den Chinesisch Unterricht sein oder das Shoppingmodul von Aldi oder thmart, wo Expats shoppen können ohne die Sprachbarriere mit chinesischen Schriftzeichen überwinden zu müssen. Wieder bezahlst du mit WeChat Pay und schwups ist es erledigt.

Momente – Fotos posten

Dann finde ich in der in der Kategorie auch den Button Momente, wo ich Fotos posten kann mit ein paar Worten dazu. Meine Kontakte können ein Herzchen hinterlassen oder es kommentieren. Ich mag die Fotos anderer gerne anschauen, da entdecke ich z.B. von Newbie Nicole aus Frankfurt, dass das Museum of Illusions toll ist. Und schwups bin ich da dann gleich letzten Sonntag mit meinem 3 Männern hin.

Der direkte Austausch tut gut!

All diese wunderbaren Funktionen von WeChat helfen mir und den anderen Expats sich schnell zurecht zu finden. Aber das Mobiltelefon mal zur Seite legen und einen direkten Austausch bei Kaffee und co. zu haben, ist natürlich unersetzbar und auch überaus hilfreich. Die alten Hasen helfen den neuen und so werde ich sicher irgendwann Neuankömmlingen helfen. Die Bereitschaft ist bei den Expats enorm, denn jeder weiß, daß der Anfang in einer neuen Stadt, in einem neuen Land sehr anstrengend ist. Die Begeisterung für die Stadt ist überall spürbar und ich lebe hier ein wirklich anders Leben.

Zeitschriften als Infomedium

Die Restaurantwelt ist beeindruckend, gute internationale Küche spricht sich bei Expats schnell rum und so findest du auch dort Expatzeitschriften wie That´s. Hierin lese ich gerne, trenne auch mal gute Artikel raus und entdecke Infos über eine Ausstellung oder ein Musical. Und auch hier finde ich einen QR-Code auf den Seiten, den ich dann scanne und schwups habe ich noch mehr Infos und schwups ist die Eintrittskarte für eine tolle Fotoausstellung mit WeChat Pay bezahlt. Herrlich unkompliziert.

Drahtesel und 30 Millionenstadt – kein Widerspruch!

Ich wohne mit meiner Familie mitten in Shanghai und das Zurechtfinden in den Straßen dauert natürlich ein bisschen. Da wir kein Auto hier fahren dürfen, sitze ich hinten und lasse mich von Neo hin- und herfahren. Welch Luxus! Das hat zur Folge, dass meine Orientierung nicht besser wird. Schwups – da heisst es Umdenken und ein Fahrrad muss her. Eine kluge Entscheidung, denn in kürzester Zeit habe ich meinen Kietz im Griff und kann mich ohne Handynavigation zurecht finden. Es macht dazu auch noch irre viel Spaß und ich fühle mich gleich viel mehr als Shanghaianerin. Die kleinen Einkäufe legte ich wie alle anderen in das kleine Körbchen vorne am Lenkrad. Und auch meine drei Männer haben sich ein Fahrrad zugelegt und zu viert erkunden wir am Wochenende gemeinsam die Großstadt. Ja, es ist möglich, durch die Straßen mit dem Fahrrad zu fahren, jedoch ist Achtsamkeit geboten, denn Auto fahren können die Chinesen nicht und beim Moped fahren gibt es keine Regeln – alles geht kreuz und quer und für mich als gut erzogene Deutsche bestückt mit Werten wie Rücksichtnahme anderen gegenüber komme ich hier nicht weit.

Das Leben im Ausland ist spannend, nichts für Ungeduldige. Leider gehöre ich zu dieser Spezies, so dass die ersten Wochen nicht gerade unanstrengend waren. Wenn dann WeChat nicht läuft und du nicht weisst, wie Du bezahlen sollst und auch die ganzen chinesischen Schriftzeichen nicht lesen kannst. Puh, da habe ich mich abends auf meinem Mann gefreut, wir haben einen schönen Wein geöffnet, einen Burger online bestellt und ich habe ihm mit erhobener Stimme erklärt, daß ich total obermässig mega genervt bin. Nach dem zweiten Glas Wein relativiert sich der Blick auf den Tag. Schwups – Du freust dich auf den neuen Tag auf Deinem Drahtesel und deiner Kamera und wirst einen neuen Versuch starten, mit WeChat oder Alipay beim Bäcker Brot zu kaufen!

Noch ein paar Eindrücke von der Stadt:

Das Abenteuer Shanghai

Mein sechster Blog am 21.Oktober 2018

2 Wochen war ich nun mit meiner Familie unterwegs und wir haben gemeinsam unser Abenteuer China vorangetrieben. Unsere dritte Auslandsstation beginnt, Form anzunehmen. Die Italienzeit von 1999-2003 ohne Kinder war ein Leichtes und die Mexikozeit von 2005-2008 haben wir als große erste Herausforderung in unserer jungen Ehe angesehen. Mit zwei Kindern hin und mit vier Kindern zurück. Mit einem Container hin und mit drei Containern zurück. Die Comfortzone hatten wir verlassen und es nicht bereut. Diese Erfahrung hilft uns nun, das Projekt Shanghai zu nehmen und es in vielerlei Hinsicht gelassener zu sehen. Es wird schon irgendwie.

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Das Expatleben ruft – zum dritten mal!

Mein erster Blog am 12. September 2018

Seit gestern ist es nun offiziell. Ich werde mich mit meiner Familie in 2019 noch einmal auf ein großes Abenteuer stürzen. Nach 5 Jahren in Italien und 3 Jahren in Mexiko werde ich mich mit meinem Mann und mindestens 2 meiner vier Kinder gen Osten aufmachen und China für die nächsten 3-4 Jahre unser Zuhause nennen. Ich ziehe in die Weltmetropole Schanghai und finde es wahnsinnig spannend. Es ist ein Land voller Gegensätze und ein Land voller spannender Orte, die es zu entdecken und zu bereisen gilt. Es wird definitiv anders sein als das 26.000 Einwohner zählende Ingelheim am Rhein, das im wunderschönen Rheinhessen liegt mit Weinbergen, Winzern und altem Fachwerkhaus, mit kleinen Weinschänken, schönen Fahrradwegen und Kerbfesten in jedem Dorf. Dies habe ich die letzen 10 Jahre erlebt und genossen, habe unsere Kinder groß gezogen und habe sie zur Selbständigkeit ermutigt, habe ihnen die Welt gezeigt und ihnen immer empfohlen, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Der Tellerrand ist nun erstmal weit weg, der Weg aus der Comfortzone muss gewagt werden, aber ich bin mir sicher, es ist ein toller Weg und es ist eine Bereicherung fürs Leben.

Wahrscheinlich werde ich dann meiner Leidenschaft – der Golffotografie – erstmal nicht so wirklich nachgehen können, aber ich werde sicher andere neue Möglichkeiten für mich entdecken. Ein eigener Bildband über das Leben in Schanghai? Einen eigenen Blog? Ein Erfahrungsbericht schreiben und dabei das Leben der 1,4 Milliarden Chinesen mit meiner Kamera einfangen? Oder nochmal an eine Universität gehen? Nochmal etwas neues lernen? Mit 46 ist das nicht zu spät, um seinen Wissenhorizont zu erweitern  und die Neugierde für anderes zu stillen? Ja, so kann es sein!

Ich habe in den Jahren eine recht ordentliche Fotoausrüstung mir angeschafft, ich werde alles mitnehmen und sehe mich schon mit Fototasche durch das pulsierende Schanghai schlendern und den Finger nicht vom Auslöser nehmen.

Ich entdecke täglich neues – Fotoausstellungen, Fotomuseen, Fotokünstler – alles werde ich entdecken. Und das schöne dabei ist, dass Schanghai eine sichere Stadt ist und ich keine Angst um mich haben muss, wenn ich eben auch mal allein auf Entdeckungsreise in der Stadt gehe. Das wäre in Mexiko-City nun wirklich nicht möglich gewesen.

Annehmlichkeiten musst Du auch einfach nutzen und so wird mein Mann einen Chauffeur bekommen, der natürlich auch für mich und die Kinder da sein wird. Sofern ich mich mit ihm verständigen kann, werde ich ihn zu Touren mitnehmen.